Der Altar, die Quelle und der Thron


Wer es versteht einen geistlichen Altar zu bauen und ihn zu bedienen, wird eine Quelle öffnen für Gottes Wirken und schlussendlich einen Thron und die Herrschaft Gottes hier auf Erden aufrichten.

In den letzten Jahren wurden diese Themen öfter angesprochen. Man redet von Gebetsaltären, die überall aufgerichtet werden sollen, viele sind auf der Suche nach alten Quellen, die wieder geöffnet werden müssen und manche sprechen sogar davon, wie Gott sein Königreich hier auf Erden aufrichten will. Aber nur wenige verstehen die geistlichen Zusammenhänge richtig und noch weniger erleben die Realität davon.

Wichtig ist es zu erkennen, dass es sich hier nicht um eine Modeerscheinung oder den neuesten christlichen Trend handelt, sondern um eine uralte biblische Realität.

Um das zu verstehen, wollen wir nicht das mosaische Gesetz heranziehen, wo ganz viele Regelungen über Opfergaben, die auf dem Altar dargebracht werden sollen, aufgerichtet wurden. Dieses Gesetz hat nur einen Schatten der Realität und wurde nur gegeben, weil die Menschen die uralten Wege, wie Gott sie schon in die Schöpfung hineingelegt hat, verlassen haben und weil sie noch nicht in Christus wieder offenbart wurden.

Der Altar

Abraham kannte diese uralten Wege, welches lebendige Herzenswege sind, die wir nun in Christus wieder neu entdecken dürfen. (mehr zum Thema der uralten/ewigen Wege )

Abraham wusste, wie man einen Altar baut. Wo er durch das verheissene Land gezogen ist, hat er an verschiedenen Orten Altäre aufgerichtet und den Herrn angebetet. Dass dieses Altarbauen Auswirkungen hatte, wird an jedem Ort, der da erwähnt ist, sichtbar. Sehr deutlich sehen wir das beim Altar, den Abraham bei Bethel gebaut hat (1. Mo. 12,8).

Viele Jahre später legt sich sein Enkel Jakob auf der Flucht vor seinem Bruder Esau an derselben Stelle schlafen. Da öffnet sich der Himmel über ihm, er sieht die Engel auf und niedersteigen und hört, wie der Herr zu ihm spricht. Wo Jakob aufwacht, stellt er fest 1.Mose 28, 16-19: Fürwahr, der HERR ist an dieser Stätte, und ich wusste es nicht! Und er fürchtete sich und sprach: Wie heilig ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels. Und Jakob stand früh am Morgen auf und nahm den Stein, den er zu seinen Häupten gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einem Steinmal und goss Öl oben darauf und nannte die Stätte Bethel.

Dieser Altar, den Abraham gebaut hat und was Abraham beim Altar gemacht hat, bewirkte also, dass der Himmel an diesem Ort für Generationen geöffnet wurde. Und zwar in einer Weise, die die Öffnung zu einer richtigen Himmelspforte werden liess, wodurch Gott Offenbarung, den Dienst der Engel und Dinge des Himmels auf Erden freisetzen konnte. Dieser Ort wurde somit zu einer Quelle von Gottes Wirken hier auf Erden.

Bei diesem Beispiel von Bethel wird auch deutlich sichtbar, dass Abraham nicht nur einmal den Altar aufrichtete, sondern ihn auch regelmässig bediente. 1. Mo. 13.3-4: Und er zog immer weiter vom Südland bis nach Bethel, an die Stätte, wo zuerst sein Zelt war, zwischen Bethel und Ai, eben an den Ort, wo er früher den Altar errichtet hatte. Dort rief er den Namen des HERRN an.

Auch die anderen Orte, wo Abraham Altäre aufrichtete, wurden zu ganz bedeutenden Orten. In der Bibel erwähnt werden Sichem, Hebron und natürlich Morija. In Sichem baute Abraham seinen ersten Altar (1.Mo.12,6). Dort ist ihm der Herr erschienen und gab ihm die Verheissung, seinen Nachkommen dieses Land zu geben.

Auch wo Jakob nach Jahrelangem Aufenthalt in der Fremde wieder ins Land zurückkehrt, geht er zuerst nach Sichem, wo er erneut einen Altar aufrichtet. Diesen Altar nennt er: Gott ist der Gott Israels. (1.Mo.33,18-20)

Später unter Josua wurde Sichem zur Freistadt erklärt. (Jos.20,7) Auch versammelte Josua das Volk in Sichem und schloss für das Volk einen Bund mit Gott. (Jos.24) Josephs Knochen wurden ebenfalls da begraben.

Von Sichem zieht Abraham weiter nach Bethel. Auch Jakob folgt derselben Route und baut nach Sichem den Altar in Bethel wieder auf. (1.Mo.35,1) Gott beauftragt ihn nicht nur einen Altar zu bauen, sondern weist ihn auch an für eine Zeit dort zu wohnen. Dies schien ein besonderer Ort der Gegenwart Gottes gewesen zu sein und wurde deshalb wohl auch ‚Haus Gottes’ genannt.

Noch zur Zeit der Richter war Bethel ein Ort wo man zusammenkam um Gott zu befragen (Ri.20,18) und Richter 21.2 sagt: Und das Volk kam nach Bethel und saß da bis zum Abend vor Gott, und sie erhoben ihre Stimme und weinten sehr.

Dann wird von Hebron berichtet, wo Abraham wohnte und ebenfalls einen Altar baute.

Auch Jakob kehrte nach seinem Aufenthalt in Bethel nach Hebron zurück, wo sein Vater Isaak lebte. In Hebron wurde Sarah begraben, unter Josua wurde Hebron wie Sichem zur Freistadt geweiht und David wurde in Hebron zum König gesalbt.

Wohl der bedeutendste Altar wurde von Abraham auf dem Berg Morija errichtet. Dort war Abraham sogar bereit auf Anweisung Gottes seinen Sohn Isaak zu opfern. Auch wenn Gott dann das Leben von Isaak verschont hat und einen Widder zum Opfer zur Verfügung stellte, hat dieser Gehorsam, die Hingabe und Opferbereitschaft von Abraham den Weg dafür gebahnt, dass Gott schliesslich auch seinen Sohn für uns geben konnte.

Morija war bei Jerusalem. Dort ist Gott Generationen danach dem David erschienen. Dort wurde die Stiftshütte Davids und dann der Tempel Salomos errichtet und später wurde dort auch Jesus am Kreuz zur Erlösung der ganzen Menschheit geopfert. So wurde dieser Altar schlussendlich die Quelle des Heils für alle Nationen.

Von Da zog Abraham dann weiter nach Beersheba, wo er für eine Zeit blieb und ebenfalls den Herrn anrief. Dieser Ort wurde dann für Isaak sehr bedeutsam. Auch von Jakob heisst es, dass er in Beerscheba opferte und der Herr ihm da erschienen ist (1.Mo.46,1-2)

Die Quelle

Abraham verstand sich auch im Quellengraben. Rein natürlich konnte sich Abraham nur dort aufhalten, wo er eine Quelle für sich, seine Leute und seine Herden gefunden hat.

In 1. Mo. 26,12-33 wird erwähnt, wie Isaak die Quellen Abrahams wieder ausgräbt, die verschüttet wurden. Dies macht auch deutlich, dass der Feind besonderes Interesse daran hat, Quellen zu verschütten. Denn dadurch nimmt er uns die Lebensgrundlage. Ohne frisches Wasser aus der Quelle sind wir aufgeschmissen. Isaak gräbt nicht nur die alten Quellen von Abraham wieder aus, er gräbt auch mit Erfolg neue Quellen. In Vers 19 findet er sogar eine Quelle lebendigen Wassers. Da gibt es also Brunnen, wo man einfach auf Grundwasser stösst und es gibt Brunnen, wo man auf einen unterirdischen Strom stösst. Da sprudelt dann das Wasser förmlich hervor und breitet sich an der Oberfläche aus. Eine dieser Quellen nannte er dann ‚Rechobot – Weiter Raum’, diese konnten ihm die Feinde nicht mehr streitig machen und Isaak sprach: ‚Nun hat uns der Herr Raum gemacht, und wir können wachsen im Lande.’

Von da aus zog er weiter nach Beerscheba. Da heisst es dann in 1.Mo.26,24-25: Und der HERR erschien ihm in derselben Nacht und sprach: Ich bin der Gott deines Vaters Abraham. Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir und will dich segnen und deine Nachkommen mehren um meines Knechtes Abraham willen. Dann baute er dort einen Altar und rief den Namen des HERRN an und schlug dort sein Zelt auf und seine Knechte gruben dort einen Brunnen.

Hier sehen wir deutlich den Zusammenhang von Altarbau und Brunnengraben. Wer einen Altar baut und bedient, gräbt gleichzeitig einen Brunnen. Da wird immer etwas geöffnet und etwas vom Himmel auf Erden freigesetzt.

Ps. 50,23 sagt: ‚Wer dank opfert, preist mich und bahnt einen Weg , dass ich ihm zeige das Heil Gottes.’

Der Altar in Bethel hat eine Quelle der Offenbarung und der Gegenwart Gottes geöffnet, von der Generationen danach getrunken haben. In Sichem wurde eine Quelle geöffnet, wo Menschen zu Entscheidung, Hingabe und Bundesschluss mit Gott hingeführt wurden. Moriah wurde zur Quelle des Heils für alle Nationen. Hebron wurde zu einem Ort des Reiches, der Herrschaft und des Königtums. Auch Beerscheba wurde zu einem Ort des Segens, der Bestätigung und des Sieges und der Herrschaft über die Feinde. Denn dort hat Isaak nicht nur einen Altar gebaut und einen Brunnen gegraben. Er ist Gott begegnet, hat Wasser gefunden und wurde von Gott so gesegnet, dass seine Feinde zu ihm kamen und sagten: 1.Mo.26,28-29: ‚Wir sehen mit sehenden Augen, dass der Herr mit dir ist ... du bist ja doch der gesegnete des Herrn.’

Thron

Wo ein Altar aufgerichtet wird, öffnet sich der Himmel. Wo dieser Altar bedient wird und regelmässig Opfer darauf dargebracht werden, öffnet sich zunehmend eine Quelle, die die Dinge des Himmels auf Erden verfügbar macht. Nimmt dieser Fluss zu, wird sich mehr und mehr Reich Gottes manifestieren. Gottes Gegenwart nimmt zu, sein Thron und seine Herrschaft werden aufgerichtet. Von so einem Ort aus kann regiert werden. Dieser Ort wird zu einem echten Brückenkopf, der von Gott in dieser gegenwärtigen Invasion des Reiches Gottes benutzt werden kann.

Hebron war der Ort, wo Abraham, Isaak und Jakob wohnten. Dieser Altar wurde damit wohl am längsten und intensivsten bedient. In Hebron war der einzige Ort, wo Abraham sich sogar Land gekauft hat. Hier war Abraham also bereits mehr als nur ein Fremder im Land. Das wurde zu seinem Land.

Interessanterweise wird später auch David in Hebron zum König gesalbt.

Wo Israel nach über 400 Jahren aus dem ägyptischen Exil ins Land zurückkehrt, braucht es einen Mann wie Kaleb, mit diesem ‚anderen Geist’ um Hebron wieder einzunehmen. Das Gebiet von Hebron wurde nämlich von den Anakitern, dem Geschlecht der Riesen besetzt und in Hebron selbst wohnte der grösste und mächtigste von ihnen.

Wie bereits erwähnt, ist es des Feindes grösstes Anliegen solche Quellen wieder zu verstopfen und diese Orte zu besetzen. Deshalb reicht es nicht, alte Quellen wieder auszugraben oder neue zu graben. Quellen müssen besetzt und verteidigt werden, und das Feuer auf dem Altar darf nicht erlöschen.

Offenbarung 8,3-5 schildert ein Szenario im Himmel. Da bringt ein Engel ein Räuchergefäss mit den Gebeten der Heiligen auf dem Altar vor Gott dar. Der Wohlgeruch steigt vor Gott auf. Gleichzeitig füllt der Engel dasselbe Gefäss mit Feuer vom Altar und schüttet es auf die Erde. Da geschieht dann Blitz und Donner und Erschütterung.

Wo so eine Schale voll wird und Wohlgeruch vor Gott aufsteigt, kommt das Reich Gottes mit Macht.

Wie macht man das?

Ein Altar ist ein Ort der Hingabe und der Anbetung. Wir schichten nicht mehr nur natürliche Steine auf und schlachten auch keine Tiere mehr, sondern bringen Gott geistliche Opfer, die ihm wohlgefallen. 1.Petr.2,5: ‚Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.’

Nach Röm. 12,1 besteht der richtige Gottesdienst darin, uns selber als Opfer darzubringen, das lebendig, heilig und Gott wolgefällig ist.

Nach Psalm 51,19 und Jesaja 57,15 sind die Opfer, die Gott gefallen ein demütiger Geist und ein zerbrochenes Herz.

Altarbauen und Opferbringen kann man nicht als Macher. Dafür braucht es Demut, Zerbrochenheit und echte Hingabe. Tote Werke bringen nichts. Da ist ein Lebensstil gefragt, der dich alles kostet.

Nur wenn dein Herz in der Gegenwart Gottes zerbricht, wie das Alabastergefäss mit dem kostbaren Salböl in Joh.12,3 zerbrochen wurde, wird der Wohlgeruch freigesetzt, der Gottes Herz berührt.

Diese Art der Anbetung muss am Altar dargebracht werden. Und das nicht nur einmal, sondern regelmässig oder noch besser beständig. Hebr. 13,15: ‚ So lasst uns nun durch ihn Gott allezeit das Lobopfer darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen.’

Tut man das, wird man eine Zunahme der Gegenwart Gottes erleben. In seiner Gegenwart wird man sich immer mehr verändern (2.Kor.3,18). Da wird immer mehr Offenbarung sein (1.Kor.2,9). Die Anbetung wird dann zunehmend auch in Fürbitte hineinführen, damit sich das Wasser aus der sich mehr und mehr öffnenden Quelle ausbreitet. Wo sich dann das Reich Gottes immer mehr manifestiert, wird Autorität freigesetzt mit der man dann ganz mutig proklamieren kann. So wird seine Herrschaft aufgerichtet und man fängt an mit ihm und in ihm zu regieren.

Ich möchte noch einmal betonen, dass man so etwas nicht einfach mit einem 24/7 Gebet, wo man möglichst alle Schichten abdeckt und Gebetspunkte aufschreibt, organisieren kann. Dafür braucht es einzelne Menschen, die sich für einen entsprechenden Lebensstil vor Gott entschieden haben und ihre priesterliche Verantwortung wahrnehmen, nicht nur im Gebetsraum, sondern vor dem Angesicht Gottes zu stehen und zu leben.

Hier in Europa haben wir das Beispiel der iro-schottischen Mönche, die zu ihrer Zeit diese Wahrheiten gelebt haben. In unseren Landen gäbe es so manche alte Quelle auszugraben, die auf sie zurück zu führen ist. Auch die Bewegung der Herrnhuter hat sehr viel von diesen Wahrheiten erkannt. Und heute steht eine neue Generation auf, die mit dieser Entdeckung wieder Geschichte schreibt. ...

Auch unser Dienst wurde ganz klar auf diese Weise geboren. Bevor wir unseren ersten Gottesdienst abgehalten haben, haben wir ganze Nächte in Anbetung und Gebet vor Gott verbracht. In diesen Gebetsnächten wollten wir Gott willkommen heissen, ihm Raum verschaffen und ihm dienen. Wir erlebten, wie Gott zunehmend kam und wie sich eine Quelle geöffnet hat. So benannten wir die Gemeinde, die daraus entstand auch nach dem Brunnen ‚Rechobot’. Für viele Jahre fanden diese Gebetsnächte (neben anderen Aktivitäten) jeden Freitag statt. Von da hat Gott uns weitergeführt. In vielen Ländern konnten Bewegungen auf dieser Grundlage gestartet werden.

Und es geht weiter ...

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