Gästebucheintrag: ... as it is in heaven


Wir sollten damals, im Oktober 2016, wirklich unbedingt ganz weit weg. Für ein paar Tage Distanz schaffen zu den Dingen, die uns drückten, plagten, beschäftigen. Aufatmen können in einer schwierigen Zeit.

Ein Freund erzählte uns von Tom und Lisa und ihren Kindern auf Teneriffa. Wir waren skeptisch. Doch die Skepsis verflog schnell, als ich Tom am Telefon hörte. Ich spürte, wie echt das Willkommen war. Bald versuchten wir uns nur noch vorzustellen, wie es wohl sein könnte dort, bei Gegenschatzens. Wie unsere Kinder mit den ihren spielen und lachen würden. Und, so sagte man uns, sie hätten sogar ein Trampolin!

Eine Frage beschäftigte uns noch. Sabine und ich mögen es ruhig. Wir mögen Orte, wo es „stimmt“, wo das Herz wach, angenommen, einfach sein kann. Orte, die schön sind, wo man staunen kann und sich freuen darf. Wo man die Natur erlebt und das Wetter und die Geborgenheit eines Zuhauses. Wo man auch mal melancholisch sein darf oder fröhlich oder ganz still oder laut oder gar nicht. Wo man reden kann und schweigen, diskutieren und zuhören, austauschen, lernen, beobachten, Gott begegnen.

Als wir ankamen, rannten uns Kinder entgegen. Es war nicht spektakulär. Weit mehr als das. Es war gut. Wir fühlten uns angenommen. Überall fanden wir diese kleinen Örtchen, die wir uns so gewünscht hatten. Am Tischchen auf der Terrasse. In der Hängematte. Auf dem Dach. Wir werden auch den Nebelwald nie vergessen und den Duft der Pinien und die Waldspaziergänge und den Mond in einer lauen Nacht. Doch in unserer Erinnerung erscheint uns dies alles blass, wenn wir daran denken, wie wir aufgenommen wurden, von der ganzen Familie. Wir durften einfach dabei sein. Wir staunten, beobachteten, diskutieren, lachten, fühlten uns frei und geborgen zugleich. Tom und Lisa sind zurückhaltend, charmant, offen. Und gehören sicher zu den interessantesten Gesprächspartnern, denen wir seit langem begegnet sind.

Das Milagro dieser Estanzia ist der Friede. Es ist nicht Friede dieser Welt. Nicht die Abwesenheit von Konflikt oder gar von Problemen und schon gar nicht seelenbefreite Achtsamkeit. Es ist ein reicher Friede, wie ein Zuhause, wie Weite und sanfter Wind. Es ist der Friede Gottes.

Seit wir zurück sind, schwärmen wir und unsere Kinder von dieser Zeit in Teneriffa.

Fredi & Sabine

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